“Notselbständigkeit” in Kulturberufen

Die Zahl der freien Berufe ist in der Krise um 5,8 Prozent gestiegen, meldet der Bund der freien Berufe (BfB). Insgesamt arbeiten nunmehr 1,1 Millionen Selbständige in den freien Berufen. Eine gewisse Sonderstellung nehmen dabei laut einem F.A.Z.-Bericht die freien Kulturberufe ein: “Denn auf diesem Feld gibt es das Phänomen der “Notselbständigkeit”. Viele Kulturschaffende machen sich nur deshalb selbständig, weil sie keine feste Stelle finden. Im vergangenen Jahr legten die freien Kulturberufe mit 7,8 Prozent am stärksten zu.” Die freien Kulturberufe bilden laut BfB unter den freien Berufen mit 277.000 Selbständigen die größte Berufsgruppe. Die Untersuchung wurde vom renommierten Institut für freie Berufe in Nürnberg durchgeführt.

Nach einer DJV-Umfrage im Jahr 2008 erfolgten nur zwei Fünftel der Existenzgründungen von freien Journalisten aus eigenem Entschluss:

“Die Entscheidung zur Existenzgründung wurde oft nicht aus freien Stücken getroffen. 25,6 Prozent (1998: 17,7 Prozent) unter allen Befragten geben an, dass die betrieblichen Umstände dazu geführt hätten. Weitere 34,1 Prozent (1998: 27,1 Prozent) meinen, dass ihre Entscheidung teils freiwillig war, aber auch etwas durch die betrieblichen Umstände beeinflusst wurde. Völlig aus freien Stücken haben sich für den Status des freien Journalisten 40,3 Prozent (1998: 49,2 Prozent) unter allen Befragten entschlossen (1998 machten 6,0 Prozent unter allen Befragten machen hierzu keine Angaben, 2008 war die Nichtangabe technisch nicht möglich).” (DJV-Umfrage 2008)

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